Spezifische informationen

  • Öffnungszeiten: von 9.30 bis 18.30 Uhr, außer bei Sonderausstellungen.
  • Ortstyp: Denkmäler

Die Kirche Santa Maria della Fratta wurde nach dem Erdbeben um 1348 wiederaufgebaut. Ursprünglich stand sie in der Nähe eines Turms der Stadtmauer aus dem 10./11. Jahrhundert, der heute in die achteckige Apsis integriert ist.
Die Steinfassade, erbaut in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, ziert ein reich verziertes Portal mit einem Flachrelief, das die thronende Maria mit dem Jesuskind, umschwärmt von zwei Engeln, darstellt. Das Werk stammt vom Bildhauer Giorgio da Carona. Über dem Portal befindet sich eine Büste des Ewigen Vaters, rechts daneben eine Gedenktafel, die an das Baujahr der Fassade (1469) erinnert. Die Weihe des Gebäudes erfolgte am 14. Oktober 1487. Im oberen Bereich der Fassade befindet sich ein 1501 von Donato da Lugano geschaffenes Glockenfenster mit Sprossen. Im Inneren der Kirche befinden sich ein Altar aus dem 17. Jahrhundert und ein Fresko aus dem 15. Jahrhundert, das eine Falknereiszene darstellt.

Die Geschichte der Kirche
Die Geschichte von Fratta ist eng mit dem Vermächtnis des Notars „Bajamonte“ verbunden, der in seinem Testament zwei seiner Häuser in San Daniele stiftete, um die Kirche Sant’Antonio oder Santa Maria della Fratta zu restaurieren, die auch eine strategische Rolle bei der Verteidigung des historischen Zentrums spielte. Nachdem die Stadtverwaltung den Wiederaufbau 1350 abgeschlossen hatte, wurde das Gotteshaus einem Orden anvertraut (ursprünglich Fraternis B.M. Virginis de Fracta, im Volksmund Madone de Frate genannt).
Am 31. Januar 1918 drangen deutsche Soldaten ohne Vorwarnung vom Erholungsgebiet aus in die Kirche ein, bestiegen den kleinen Turm, rissen die beiden Glocken ab und warfen sie zu Boden. Die größere Glocke blieb unversehrt, während die kleinere, datiert auf 1502, zerbrach. Die größere Glocke war 1308 gegossen worden und belegte somit die Existenz der Kirche vor 1348.

Nebengebäude der Kirche
Unmittelbar an die Kirchenmauern grenzen auf der einen Seite das Casa della Fraterna della Fratta und auf der anderen Seite das Splendor-Auditorium, das einst als Gemeindefreizeitzentrum diente.
Das Casa della Fraterna beherbergte einst Prediger und angesehene Gäste der Fraterna della Fratta. Zwischen 1844 und 1846 war es das Hauptquartier der österreichischen Gendarmerie und wurde später in eine Mädchenschule umgewandelt. Heute befindet es sich in Privatbesitz.
Das Gemeindefreizeitzentrum wurde von Don Francesco Grillo gegründet, der das an die Kirche angrenzende Gebäude erwarb. Es wurde im Oktober 1911 eingeweiht und am 29. Juni 1912 offiziell eröffnet. Außerdem wurde eine Theatergruppe gegründet, an der Kinder des Freizeitzentrums und junge Gemeindemitglieder teilnahmen. Sie erhielt den Namen Compagnia del Sacro Cuore.