Spezifische informationen

  • Ortstyp: Denkmäler
  • Hinweis: https://patrimonio.beniculturaliebraici.it/luogoCons/cimitero-di-san-daniel

Trotz der langen Geschichte der Siedlung, die im 16. Jahrhundert begann, finden sich heute in San Daniele del Friuli nur noch wenige Spuren jüdischer Präsenz. Das bedeutendste Zeugnis ist der abgelegene jüdische Friedhof aus dem 18. Jahrhundert, der sich in der Nähe des Baches Ripudio und des San-Daniele-Ragogna-Sees in dem Gebiet befindet, das einst als „Prato della Merenda“ bekannt war.
Seit ihren Anfängen bestatteten die Juden von San Daniele ihre Toten auf den Friedhöfen von Udine – auf dem alten Friedhof in der Calle Agricola – und im 17. Jahrhundert auch in Conegliano. Erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, einer Zeit zunehmenden jüdischen Lebens vor Ort, errichtete die Gemeinde einen eigenen Friedhof. Das Land, das zunächst für mehrere Jahrzehnte vor der Verleihung des Bürgerrechts gepachtet war, durfte ausschließlich von den Einwohnern von San Daniele genutzt werden. Ab 1751 wurde die Bestattung gegen Gebühr auch Juden aus anderen Städten Friauls, darunter Codroipo, Chiavris und Spilimbergo, sowie aus weiteren nahegelegenen Orten ermöglicht.
Heute präsentiert sich der Friedhof, abseits des Stadtgebiets, als bescheidenes, von einer Mauer umgebenes Areal mit über siebzig steinernen Grabsteinen. Die Stelen und Grabdenkmäler bilden ein wertvolles, in Stein gemeißeltes „Register“ und sind eine Quelle wichtiger historischer, sozialer und wirtschaftlicher Informationen über die Gemeinde. Der Komplex war Gegenstand einer kürzlich erschienenen Studie in dem von Mauro Perani, Pietro Ioly Zorattini und Antonio Spagnolo herausgegebenen Band „I cemiteri ebraici del Friuli“ (Ed. La Giuntina, 2018), die seinen dokumentarischen und kulturellen Wert eingehend untersuchte.