Spezifische informationen
Das Heiligtum Madonna di Strada ist eines der bedeutendsten Barockgebäude im Friaul und wurzelt in einer sehr alten Verehrung. Im Jahr 1056 wurde an einer Wegkreuzung der Via Germania ein Altarbild der Madonna gemalt, das einem Künstler namens Pellegrino zugeschrieben wird. Das Fresko, das von vielen Gläubigen als wundertätig angesehen wurde, befand sich an der Mauer eines alten Bauernhauses namens Braida Sivilotti.
Die wachsende Verehrung führte zwischen 1636 und 1637 zum Bau des vorderen Teils des heutigen Heiligtums, der vom Venezianer Bernardino Pontino eigens für die Aufbewahrung des heiligen Bildes entworfen wurde. Am 7. September 1637, dem Vorabend von Mariä Geburt, wurde das Fresko feierlich in die neue Kirche überführt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts vollendeten die Dominikaner den hinteren Teil des Gebäudes und errichteten das nahegelegene Kloster, das die zahlreichen Pilger aus der ganzen Region aufnehmen sollte. Das Heiligtum beherbergt bedeutende Kunstwerke: den Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert, der Francesco Fosconi zugeschrieben wird, und den Altar der Heiligen Lucia, der 1652 von Graf Lucio D’Arcano errichtet wurde und neben dem sich sein Grab befindet. 1849 beauftragte Don Pietro Conte Cicconi die Künstler Pietro D’Aronco und Francesco Contasso aus Gemona mit der Anfertigung des Altars Unserer Lieben Frau der Schmerzen.
1882 ließ der Heilige Daniel eine der vier ältesten Glocken Friauls, die größte Glocke aus der Kirche Sant’Antonio di Vienne, in den Glockenturm der Madonna di Strada umsetzen.
1887 wurde das Gewölbe mit einem ovalen Fresko von Domenico Fabris bereichert, das die Darstellung Mariens im Tempel zeigt. Zwischen dem 4. und 6. Februar 1918, während des Ersten Weltkriegs, entfernten deutsche Truppen alle sechs Glocken aus der Kirche. Im 20. Jahrhundert wurde das Heiligtum erneut renoviert, unter anderem durch die Fassadenrenovierung von Raimondo D’Aronco.
Bis heute ist das Heiligtum der Madonna di Strada ein bedeutender Ort der Andacht und Pilgerfahrt. Jedes Jahr im September findet dort das Fest der Madonna di Strada statt, eines der ältesten und traditionsreichsten Feste in San Daniele, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1636 zurückreichen. Während der Feierlichkeiten, die religiöse Andacht und ausgelassene Festlichkeiten vereinen, messen sich die Bewohner der vier historischen Stadtviertel – Borgo Piazza-Riuniti, Sopracastello, Sacco und Pozzo – in traditionellen Spielen, um ihre Bräuche zu pflegen und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.