Spezifische informationen

  • Öffnungszeiten: Im Inneren des Gartens befinden sich auch die städtischen Büros; der Garten kann während der Öffnungszeiten der Büros besichtigt werden.
  • Ortstyp: Denkmäler

Der Villa-Serravallo-Komplex liegt am nordöstlichen Hang des Magnolino-Hügels in einem Gebiet, das Anfang des 19. Jahrhunderts, wie aus dem napoleonischen Grundbuch hervorgeht, völlig unbebaut war.
Seine Entstehung geht auf die Übertragung von Land von der Familie Ongaro an die Familie De Concina zurück, die Adelsfamilie des Schlosses und mit Dr. Vittorio Serravallo, einem Apotheker aus Triest, verwandt war. Während der Kauf für die De Concinas den Wunsch nach Fortführung des Familienerbes widerspiegelte, wollte Serravallo eine inmitten der Natur gelegene Residenz auf einem Hügel errichten, wo er seinen Leidenschaften für Wissenschaft und Natur nachgehen konnte. Als österreichisch-ungarischer Staatsbürger besaß Serravallo die renommierteste Apotheke in Triest und eine berühmte Brennerei in Servola, wo der bekannte, rostbraune Wein hergestellt wurde, der für seine heilenden Eigenschaften geschätzt und bis nach Fernost exportiert wurde.
Der Bau begann 1906 und wurde 1912 abgeschlossen. Das Projekt umfasste drei Gebäude inmitten eines weitläufigen Parks, der als eleganter botanischer Garten angelegt war. Der Garten beherbergte seltene Baumarten und hochmoderne Gewächshäuser, darunter auch solche für exotische Pflanzen.
Der Komplex bestand aus der Hauptvilla, der Villa Giulia zu Ehren der Frau des Besitzers, den Bedienstetenräumen nahe dem Haupteingang und den Auslaugungsräumen im unteren Teil des Anwesens, nahe einer natürlichen Quelle, die seit der Antike genutzt wurde, wie Funde römischer Amphoren belegen.
Die Villa zeichnet sich durch elegante Merkmale aus, die typisch für Adelsresidenzen des frühen 20. Jahrhunderts sind, mit Anklängen an den Jugendstil. Die Fassade wird von einem harmonischen neoklassizistischen Pronaos geschmückt, der sich harmonisch in die verschiedenen Strukturen des Gebäudes einfügt. Nach dem endgültigen Umzug der Familie Serravallo von Triest entwickelte sich die Villa zu einem lebhaften Treffpunkt für Wissenschaftler und Kulturschaffende. Im Laufe des 20. Jahrhunderts war es an wichtigen historischen Ereignissen beteiligt: ​​Während des Ersten Weltkriegs beherbergte es österreichisch-ungarische Offiziere; im Zweiten Weltkrieg wurde es von einem deutschen SS-Kommando und anschließend von den Alliierten requiriert.

1962 wurde der gesamte Komplex an die italienische Armee verpachtet und diente als Hauptquartier der Gebirgstruppe „Carnia e Cadore“. Diese Präsenz trug bis zur Auflösung der Einheit im Jahr 1975 zum Erhalt der Villa und des Parks bei. Es folgte eine Zeit des Verfalls, die durch das Erdbeben von 1976 noch verschärft wurde.

Heute dient der stimmungsvolle Komplex der Villa Giulia Serravallo als Rathaus und stellt ein bedeutendes historisches und architektonisches Erbe dar, das Zeuge von über einem Jahrhundert lokaler Geschichte ist.