Die auf der Hügelkuppe gelegene Kirche San Daniele in Castello blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück, die die verschiedenen historischen und kulturellen Phasen der Region widerspiegelt.
Der Legende nach ließ der Langobarde Rodoald im Jahr 927 auf dem Hügel eine frühe Kirche errichten, um die Tötung Leos, des Patriarchen von Aquileia, zu sühnen. Archäologische Untersuchungen belegen, dass der Hügel bereits in der Bronzezeit (11.–8. Jahrhundert v. Chr.) besiedelt war und eine Siedlung sowie eine vorrömische Kultstätte beherbergte. Später, in der Römerzeit, wurde dort ein Bauwerk errichtet; im 7. Jahrhundert erfolgte eine erneute Besiedlung des Areals. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts, während der Karolingerzeit, entstand innerhalb einer befestigten Siedlung – einem Vorläufer der mittelalterlichen Burg – eine erste Kirche.
Im 13. Jahrhundert wird die Kirche in den Verzeichnissen der Pfarrkirchen des oberen Archidiakonats aufgeführt. In dieser Zeit wurde das Gebäude umgestaltet; dabei wurden unter anderem ein Atrium angefügt und der Eingang an die Westseite verlegt, zudem entstand an der Nordseite eine Sakristei. Im 18. Jahrhundert erfolgte ein Neubau der Kirche, wobei Elemente der älteren Bauten erhalten blieben. So wurde beispielsweise das Seitenportal – ursprünglich im 16. Jahrhundert von Carlo da Carona für die Kathedrale geschaffen – später an diesen Standort versetzt.
Hinter der Apsis befindet sich die Kopie eines Flachreliefs, das die Anbetung der Heiligen Drei Könige darstellt und aus der Zeit der Völkerwanderung stammt; das Original wird im örtlichen Museum (Museo del Territorio) aufbewahrt. Der Glockenturm der Kirche ging aus einem Wachturm von 1486 hervor und veranschaulicht die für Wehrkirchen typische Verbindung von Verteidigungs- und Sakralarchitektur.
Nach dem Erdbeben von 1976 war eine Restaurierung des Gebäudes erforderlich, bei der unter anderem das Fundament durch Zementinjektionen unter dem Boden verstärkt wurde. Ausgrabungen der Denkmalschutzbehörde von Friaul-Julisch Venetien (Superintendenz für Altertümer und Denkmäler) förderten drei übereinanderliegende Bodenschichten zutage, die zu ebenso vielen aufeinanderfolgenden Sakralbauten gehörten. Zudem kamen Spuren frühmittelalterlicher Säulenreihen, karolingische Steinbrüstungen (*plutei*), die Fundamente eines römischen Hauses aus der Kaiserzeit, zwei Votivstatuen des keltischen Gottes Belenus sowie weitere Artefakte zum Vorschein, die heute im örtlichen Museum ausgestellt sind.
Im Inneren der Kirche steht auf der linken Seite ein von Carlo da Carona im Jahr 1512 geschaffener Steinaltar. Der obere Teil des Altaraufbaus zeigt eine wunderschöne *Pietà*, die von zwei Füllhörnern flankiert wird; darunter befindet sich ein Triptychon mit der Darstellung der Madonna mit Kind, umgeben von den Heiligen Sebastian und Rochus – Schutzheilige, die gegen die Pest angerufen wurden. Der Hochaltar hingegen ist ein Marmorwerk aus dem Jahr 1694, das von der Familie Stefanutto aus Gemona gefertigt wurde.
Im Jahr 1845 wurde die alte Uhr aus dem Uhrturm geborgen und im Glockenturm der Schlosskirche installiert.
Die Glocken
Anfang 1468 wurde beschlossen, die Schlossglocke jeden Abend um 18 Uhr zu läuten, um die Menschen von außerhalb zur Rückkehr zu bewegen, während die Stadttore um 19 Uhr geschlossen wurden. Noch heute ist der Klang der Glocke um 22 Uhr zu hören.
Im Jahr 1918 erging eine Verordnung über das Verfahren zur Beschlagnahme von Glocken durch die Deutschen; Glocken, die vor 1600 gegossen worden waren, galten als historisch wertvoll und sollten – nach Überprüfung ihres Gussdatums durch eine Sonderkommission – bis zur endgültigen Entscheidung über ihr Schicksal in einem gesonderten Bereich gelagert werden. Am 2. Februar 1918 wurden die Glocken aus dem kleinen Glockenturm von den Deutschen beschlagnahmt. Die größte von ihnen war ursprünglich 1477 gegossen und 1681 umgegossen worden; genau diese Glocke hatte 236 Jahre lang alle Versammlungen des Rates und der Bevölkerung signalisiert.
Der Schlosspark
Unterhalb der Kirche erstreckt sich der Schlosspark – eine Grünanlage, die Besuchern eine friedliche und malerische Kulisse bietet, ideal für Spaziergänge und Momente der Entspannung. Von der Panoramaterrasse aus genießt man einen herrlichen Blick auf die Moränenhügel Friauls und die darunterliegende Ebene. Der vom historischen Stadtkern aus leicht erreichbare Park ist ein Muss für alle, die in die lokale Geschichte eintauchen und die atemberaubende Aussicht auf die friaulische Landschaft genießen möchten.