Spezifische informationen

Bildergalerie

Der aus dem 15. Jahrhundert stammende Glockenturm der Kirche San Daniele ist ein schlanker Bau im romanisch-gotischen Stil, der sich durch einen quadratischen Grundriss und Mauerwerk aus Stein auszeichnet. Besonderes Merkmal ist das Glockengeschoss mit rundbogigen Einzelfenstern sowie der kegelförmige Turmhelm.

Ursprünglich sollte der Glockenturm von einem Turmhelm gekrönt werden, der weitaus höher war als der heutige – ähnlich dem Helm der Schlosskirche in Udine. Schwere Erdbeben im 16. Jahrhundert veranlassten die Erbauer jedoch dazu, die Höhe zu reduzieren und dem Turm seine heutige Gestalt zu verleihen: ein flaches, vierseitiges Dach, dank dessen er späteren seismischen Erschütterungen unbeschadet standhielt.

Mit einer feierlichen Bulle vom 6. Juli 1751 hob Papst Benedikt XIV. das Patriarchat auf und verfügte, dass San Daniele an die Republik Venedig fallen sollte. Am 29. Juni 1762 ordnete der venezianische Statthalter von Udine an, alle noch sichtbaren patriarchalen Wappen – angebracht auf in das Mauerwerk des Glockenturms eingelassenen Steintafeln – aus dem öffentlichen Blickfeld zu entfernen.

Die Glocken des Glockenturms: Eine Geschichte von Verlust und Wiedergeburt

Im Jahr 1918 legte ein Erlass fest, dass Glocken, die vor 1600 gegossen worden waren und von einer eigens dafür eingesetzten Kommission als historisch wertvoll eingestuft wurden, von der kriegsbedingten Beschlagnahmung ausgenommen sein sollten.

In San Daniele versuchte der Erzpriester, die aus den Jahren 1549 und 1566 stammenden Domglocken zu retten; trotz seiner Bemühungen gingen jedoch beide verloren.
Heute beherbergt der Glockenturm ein Geläut, das auf H-Dur gestimmt ist und im charakteristischen friaulischen Schwingstil geläutet wird. Die kleinste Glocke wurde 1990 von der Gießerei De Poli in Vittorio Veneto neu gegossen, während die mittlere und die große Glocke aus dem Jahr 1920 stammen und von Francesco Broili gefertigt wurden. Vervollständigt wird das Ensemble durch eine kleine Glocke in H, die 1770 in Venedig gegossen wurde – ein kostbares Relikt der Vergangenheit.

Die Mittagssirene

Die Sirene von San Daniele del Friuli ist ein markantes Merkmal der Stadt und ertönt täglich zur Mittagszeit. Ihr Ursprung reicht bis in den Ersten Weltkrieg zurück, als sie als Alarmsystem diente, um die Bevölkerung vor möglichen Luftangriffen oder in Notfällen zu warnen. Später wurde ein Signal aus drei Tönen verwendet, um die freiwillige Feuerwehr im Notfall zu alarmieren. Heute leuchtet ein weißes Licht an der Spitze des Glockenturms auf, sobald die freiwillige Feuerwehr im Einsatz ist. Heutzutage ertönt die Sirene um 12:00 Uhr, um die Mittagszeit zu markieren – ein für San Daniele charakteristischer Klang, der über dreißig Jahre lang auch den Beginn des damaligen Prosciutto-Festes ankündigte.