Spezifische informationen
Der gesamte Komplex, heute städtisches Eigentum, gehörte einst der Familie Astemio. 1594 äußerte Patriarch Francesco Barbaro gegenüber San Daniele den Wunsch nach einer komfortablen Unterkunft für seine häufigen Besuche, da der alte Burgpalast unbewohnbar sei.
Im Jahr 1608 verkaufte die Familie Astemio das Anwesen für tausend Silberdukaten an die Gemeinde. Gleichzeitig verpflichtete sich der Patriarch, den Komplex für weitere fünfhundert Dukaten zu renovieren.
Der Komplex diente somit im unteren Teil als Residenz des Patriarchen Gastaldo und im zum Platz hin gelegenen Teil bis zum Tod des letzten Patriarchen Daniele Delfino im Jahr 1762 als Patriarchalgericht.
Als Venedig die Herrschaft vom Patriarchat übernahm, ging der Komplex in den Besitz des Staates Venedig über, wurde versteigert und gelangte so wieder in den Besitz der Familie Astemio, dann 1769 in den Besitz der Familie Perosa aus Villanova (einem Weiler von San Daniele), die ihn kurz darauf an die Familie De Concina aus San Daniele verkaufte.
1781 wurde der Komplex zur „Locanda alle due spade dello scudo di Francia“ (Gasthaus mit den zwei Schwertern des französischen Schildes) und diente gleichzeitig als Poststelle. In den folgenden Jahren beherbergte er den Kaiser von Österreich-Ungarn. 1798 erhielt der Komplex den Namen „Albergo alla Nave“ (Hotel am Schiff) und wurde von der Familie Bianchi aus San Daniele geführt. 1866 wurde er in „Albergo Italia“ (Hotel Italien) umbenannt und beherbergte den königlichen Kommissar Quintino Stella bei seinem ersten Besuch in Friaul. Nach schweren Schäden durch das Erdbeben von 1976 wurden zunächst statische Stabilisierungsmaßnahmen durchgeführt. Anschließend ging der Komplex in den Besitz der Gemeinde über, wurde umfassend renoviert und beherbergt heute die „Biblioteca Moderna“ (Moderne Bibliothek).