Spezifische informationen
Die Gestaltung des Platzes
Der Platz hat seinen typisch mittelalterlichen Grundriss bewahrt. Wo heute die Zufahrtsstraße verläuft, stand einst der Torre delle Ore, auch bekannt als Südtor oder „Uhrturm“. Er besaß eine Zugbrücke, die jeden Abend und im Falle von Angriffen zum Schutz der Stadt hochgezogen wurde. Neben dem Turm befand sich eine kleine Loggia aus dem frühen 16. Jahrhundert. Beide wurden zwischen 1839 und 1840 per Stadtratsbeschluss abgerissen, da die Durchfahrt für die neuen Handelskutschen zu eng war. Der Bau eines Triumphbogens zu Ehren der österreichisch-ungarischen Monarchie war geplant, wurde aber aufgrund der Unruhen von 1848/49 nie realisiert.
Die Zisterne
Auf dem Platz, an der Seite zur Via Roma, befindet sich eine alte, historische Wasserversorgungszisterne. Sie wurde 1427 unter der Leitung des berühmten venezianischen Ingenieurs Bartolomeo delle Cisterne erbaut, der auch den Glockenturm und die Kirche San Giacomo in Udine entworfen hatte. Ziel war es, alle Flüchtlinge mit Wasser zu versorgen. Die umliegende Bevölkerung, von Sedegliano bis Buja, arbeitete an dem Bau, da die gesamte Region im Falle feindlicher Invasionen (wie der Türken 1418 und Maximilians 1511) das Recht hatte, in San Daniele Zuflucht zu suchen.
Der Zisternenschacht – das Waschhaus – befand sich in der Via Manin, einer Seitenstraße der Piazza Vittorio Emanuele II. Er lag auf einem erhöhten Platz über Straßenniveau, der von zwei Reihen immergrüner Bäume beschattet und von einem Säulendach geschützt wurde. Er war ein bedeutendes Bauwerk für die Altstadt. Im 16. Jahrhundert wurde er von Giovanni da Udine wiederaufgebaut. Mit dem Bau des mechanischen Aquädukts und der Erweiterung der Zisterne im späten 19. Jahrhundert wurde er außer Betrieb genommen und durch einen Blumenbrunnen mit Fahnenmast direkt auf dem Platz ersetzt. Dieser wiederum wurde nach dem Ersten Weltkrieg durch den faschistischen Brunnen ersetzt, der sich heute im Schlosspark befindet.
Zwischen 1862 und 1863 wurde ein Teil des Brunnens aus dem 16. Jahrhundert vom Ingenieur Franceschinis restauriert und auf die Piazza Cattaneo versetzt, wo er sich noch heute befindet.