Das im 17. Jahrhundert als Dominikanerkloster erbaute Gebäude hat im Laufe der Jahrhunderte tiefgreifende Wandlungen durchgemacht – von einer religiösen Residenz bis hin zu einem städtischen Krankenhaus. Nach dem Erdbeben von 1976 und umfangreichen Restaurierungsarbeiten beherbergt es heute das Territorialmuseum, ein Archiv des lokalen historischen Gedächtnisses.
Geschichte des Schlosses
Das Gebäude entstand im 17. Jahrhundert als Dominikanerkloster und weist die für diese Epoche typischen architektonischen Merkmale auf. Grundriss und Außengestaltung folgen der klösterlichen Typologie des 17. Jahrhunderts und gruppieren sich um einen Innenhof, der von einem langen Korridor umschlossen wird, von dem aus alle Räume zugänglich sind. Das Äußere wirkt streng und äußerst kompakt; es besticht durch eine schlichte, minimalistische Fensteranordnung in gleichmäßiger Reihung, wobei die Fenster von steinernen Profilierungen gerahmt werden.
Die Republik Venedig ordnete unter Berufung auf die Notwendigkeit, die Verteidigung des Mittelmeerraums gegen die türkische Bedrohung zu finanzieren, die Auflösung und staatliche Beschlagnahmung mehrerer Klöster an, darunter jenes der Dominikaner von San Daniele. Im Jahr 1772 wurde das Kloster versteigert und von den adligen Nonnen des Servitenordens erworben.
Im Jahr 1805 hob Seine Majestät Bonaparte im Königreich Italien alle religiösen Gemeinschaften auf und zog deren bewegliches und unbewegliches Vermögen zugunsten der französischen Staatskasse ein. Fünf Jahre später, im Jahr 1810, wurde diese Maßnahme auch auf Friaul ausgeweitet; infolgedessen sahen sich die Servitinnen von San Daniele gezwungen, ihr Kloster zu verlassen, woraufhin ihre Gemeinschaft aufgelöst wurde.
Das ehemalige Kloster samt dem gesamten umschlossenen Gelände wurde anschließend an Lorenzo Ciconi aus San Daniele verkauft. Spätere Verkaufsgeschäfte erfolgten in der Absicht, ein Mädcheninternat einzurichten, doch diese Versuche scheiterten. Schließlich bezog die Familie Ciconi das Gebäude und nutzte es als Wohnsitz.
Um 1848 wies die örtliche Wohltätigkeitsstiftung auf die Unzulänglichkeit der Räumlichkeiten des alten San-Daniele-Krankenhauses hin und schlug einen Umzug an einen neuen Standort vor. Man entschied sich für das ehemalige Dominikanerkloster und besiegelte dessen Erwerb – nach langwierigen Verwaltungsverfahren und Verhandlungen mit den städtischen Behörden.
Die Umwandlung des Klosters in ein Krankenhaus führte zu zahlreichen Umbauten der ursprünglichen Innenräume. Zu den bedeutendsten Veränderungen zählte die Verglasung der Kreuzgangbögen, ein Projekt, das dem Ingenieur Paoluzzi da Buja anvertraut wurde.
Im darauffolgenden Jahrzehnt wurde zusätzliches angrenzendes Land erworben, um das Gelände der Anstalt zu erweitern und das Wohnheim und die Küche für die Nonnen zu errichten.
Im Jahr 1976 erlitt der Krankenhauskomplex schwere Schäden durch die Erdbeben, die Friaul am 6. Mai und am 15. September erschütterten. Daraufhin wurde ein Sanierungsprojekt eingeleitet, um das Gebäude erdbebensicher zu machen und – soweit möglich – in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen; der Entwurf stammte von dem Architekten Avon. Nach der Errichtung des neuen Krankenhauskomplexes in den 1980er Jahren wurde das ehemalige Klostergebäude stillgelegt; in der Folgezeit diente es zunächst als städtisches Lager und später als Museumsdepot sowie als Veranstaltungsort für Wechselausstellungen.
In den 2000er Jahren wurde es als dauerhafter Standort für das Museum des Territoriums ausgewählt, das 2004 eröffnet wurde.